Fintechs = Funtechs?

Wenn ich mich gedanklich ins Jahr 2011 zurückversetze fällt mir auf, dass ich noch nicht mal ein Smartphone hatte. Ich war wohl einer von gefühlt 7% derer die nicht auf der Welle des iPhones mitsurften. Mittlerweile hat mich der Technik-Tsunami erreicht und ich muss mir eingestehen ein echter Fan zu sein. Die neuesten Nachrichten erhalte ich als Push-Nachricht, die TV-Zeitschrift ist ein kleines Symbol auf meinem Handy-Display und sogar Zugfahrkarten buche ich per App. Es ist alles so bequem!

Nach und nach werden auch immer mehr sogenannte „Fintechs“ (Finanztechnologien) auf den Markt gespült. Waren es anfangs nur die Banking-Apps, so hat sich seit Kurzem auch etwas im Versicherungsbereich getan. Startups wie „Clark“, „Knip“ und „GetSafe“ sammeln weltweit Gelder ein um ihre Marke nach vorne zu bringen. Doch was bieten diese vermeintlichen „Makler“ dem Verbraucher am Ende des Tages (assekuranz-info-portal.de und fyb.de 2015)?

Die Apps sind optisch ansprechend aufgebaut und zeigen die Versicherungsverträge übersichtlich an.

Vertragsübersicht bei Knip – Quelle: http://apfelblog.ch/wp-content/uploads/intro.png

Soweit so gut, aber was passiert nun?

Durch die erteilte Maklervollmacht (richtig, hier wird ein offizielles Dokument unterzeichnet), holt sich der Anbieter alle Kundenverträge in seinen Bestand und wird für die „Betreuung“ vergütet (assekuranz-info-portal.de 2015). Doch eine Betreuung wie man sie üblicherweise kennt und schätzt findet hier schlichtweg nicht statt, bzw. kann gar nicht stattfinden, da den Fintechs noch die Mittel fehlen (procontra-online.de 2015). Knip und Co kassieren die Bestandscourtage, doch im Schadenfall wird dem Kunden nicht geholfen. Dass eine persönliche Beratung zu komplexen Versicherungsprodukten, via App, schon vom Naturell her eine besondere Herausforderung ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen. Dennoch versuchen die App-Makler natürlich auch Verträge abzuschließen, nur ob ein billiger Preis wirklich gute Qualität ersetzen kann darf Jeder selbst entscheiden.

Fazit: Derzeit wird viel Wirbel um die neuen Technologien gemacht, die Einen preisen sie an, die Anderen verfluchen sie. Wir sehen den Nutzen des Verbrauchers klar in der einfachen und übersichtlichen Vertragsverwaltung, nicht aber in der Betreuung und Beratung. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen bis das Backoffice der Versicherungs-Apps so gut aufgestellt ist, dass es die angestrebte Masse auch angemessen verwalten kann. Möglicherweise sind hier die Augen aber auch größer als der Mund.

Weil wir aber den Bedarf unserer Mandanten erkannt haben und selbst von der übersichtlichen Vertragsverwaltung einer App überzeugt sind, arbeiten wir gerade an einer solchen Lösung. Selbstverständlich informiert Sie Der Zeitungsjunge, sobald eine „Holfelder & Schüssel“-App im App-Store verfügbar ist

 

So könnte unsere App aussehen

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